Tauchen am Bavaro Beach, Punta Cana – Dominikanische Republik

In diesem Urlaub sollte das Tauchen nicht im Vordergrund stehen, da ich mit meiner nicht tauchenden Freundin unterwegs war. Trotzdem will man ja die Gelegenheit nutzen und sich die Tauchplätze vor Ort einmal genauer anschauen.
Unser Hotel Fiesta Beach Resort verfügt über ein eigenes Tauchcenter, wie die meisten Hotels am Bavaro Beach. Ich begab mich also zum Dolin Dive Center um mich zum Tauchen anzumelden. Die Holzhütten haben auf mich keinen tollen Eindruck gemacht, aber das muss ja noch nicht viel sagen. Der deutsche Tauchlehrer begrüßte einen recht freundlich und fragte nach dem Brevet. Mit meiner Aussage CMAS gab er sich zufrieden, wollte mir aber gleich ein Erweiterungskurs aufschwatzen. Da ich über eigene Ausrüstung verfügte, wurden die Preise etwas günstiger, so dass ich mich für ein 5er Paket entschlossen hatte. Ich sollte am nächsten Tag 8.45 Uhr an der Basis sein.
Am nächsten Tag war ich pünktlich vor Ort. Zum selben Zeitpunkt sagte ein deutsches Pärchen ihren Tauchgang für diesen Tag ab, so dass ich der einzigste in der Liste war und der Tauchgang komplett gecancelt wurde. Das ich nun mit meiner kompletten Ausrüstung wieder durch die recht große Anlage traben durfte fand ich natürlich nicht so toll, aber was soll man machen. Am nächsten Tag war der nächste Tauchgang angesetzt. Diesmal waren noch andere Taucher da, der Tauchgang fand also statt. Da das Anmelden ohne jede Formalität ablief, dachte ich, dass jetzt die Tauchtauglichkeit, Brevet und das Logbuch (wann war mein letzter Tauchgang und wie viele hatte ich überhaupt) überprüft wird. Fehlanzeige!!! Man teilte mir mit wo Flasche und Blei zu finden war und ich baute erst einmal meine Ausrüstung zusammen. Aus Erfahrung deckte ich mich mit 3,5 kg Blei ein, von der Crew interessierte das aber niemanden. Ob und wie ich meine Ausrüstung zusammen gebaut hatte wurde natürlich auch nicht überprüft. Danach ging es zum Boot. Nach fünf Minuten Fahrt war der Tauchplatz erreicht. Jetzt erfolgte das Briefing, das keine 30 Sekunden gedauert hat und die Angabe der Tiefe und Namen des Tauchplatzes sowie der Instruktion dem Tauchguide zu folgen beinhaltete. Das es keinen Checkdive geben würde war mir spätestens hier klar. Das Tauchboot ankerte im Riff und nutzte keine der Bojen, die aber mgl.-weise durch andere Boote belegt waren. Es wurden keine Buddy-Teams festgelegt und eine Verständigung über verwendete Unterwasserzeichen fand nicht statt. Mangels Buddy gab es natürlich auch keinen Buddycheck. Der Guide überprüfte lediglich ob mein Flaschenventil geöffnet war. Das einer der Tauchgäste die Fische mit Brot fütterte und der Guide das in Ordnung fand wunderte mich inzwischen auch nicht mehr. Von unseren vier Tauchern haben zwei nach einander wegen Luftmangels vorzeitig beendet. Wenn ich von ihrem Verhalten unter Wasser auf das Können schließen würde – kein Wunder. Nachdem der Guide sich an meinem Tauchcomputer über die Dauer des Tauchgangs informiert hatte, wurde der Tauchgang ohne Sicherheits-Stop beendet. Wie ich später erfahren habe wird am Bavaro Beach meistens darauf verzichtet, was bei Tiefen bis maximal 15m auch akzeptabel ist. Ich machte natürlich trotzdem einen kurzen Stop, der Guide war inzwischen aber schon aufgetaucht, so dass er mir leider nicht mit etwas Blei aushelfen konnte, da ich etwas knapp kalkuliert hatte. Ob er welches dabei gehabt hätte wage ich bei den vorangegangenen Erlebnissen zu bezweifeln. Das ich mir beim Hineinwuchten ins Boot, welches über keine Leiter verfügte, den Finger an einer scharfen Kante aufgeschnitten habe, muss man wohl in die Kategorie „Pech gehabt“ verbuchen. Die Kritik beim Tauchlehrer nach der Rückkehr schien ernst genommen zu werden. Bei der später erfolgten Bezahlung meines ersten und letzten Tauchgangs bei dieser Basis wollte die Chefin keinen der Fehler eingestehen und versuchte mir weis zu machen, dass in der ganzen Dominikanischen Republik so getaucht wird. Übrigens sollen die anderen drei mit dem Tauchgang zufrieden gewesen sein, was mich bei zwei Leuten und deren Fähigkeiten bzw. Ausbildungsstand auch nicht verwundert hat.

Fazit: Für erfahrene Taucher (Buddy-Teams) mit eigener Ausrüstung, die nur Flasche, Blei und ein Boot zum Transport benötigen akzeptabel, für alle anderen Finger weg!!!

Da ich aber gerne noch ein paar Tauchgänge machen wollte ging ich einfach 10m weiter. Hier begann die Hotelanlage Occidental Flamenco Bavaro, mit einer Sea Pro Divers Basis nach weiteren 10m. Auf den ersten Blick machte die Basis bereits einen viel besseren Eindruck. Der verantwortliche Instruktor sprach sehr gut deutsch und ließ sich von mir auch meine Tauchtauglichkeit bestätigen (die Standardformulare, wie ich sie auch von anderen Basen schon kannte). Am nächsten Tag fand dann der erste Tauchgang statt. Der Tauchguide schaute sich mein Brevet und mein Logbuch an, so wie es sein sollte. Das Briefing fand an Land statt. Dabei wurde der Tauchplatz beschrieben und auch die Zeichen unter Wasser besprochen. Es wurden Buddy-Teams gebildet und die Ausrüstung kontrolliert. Auch der Bleibedarf wurde geprüft, auch wenn die 7 kg von ihm etwas zu großzügig angesetzt waren, aber lieber zu viel als zu wenig. Ich bin dann mit 5 kg getaucht, die ich bei weiteren Tauchgängen auf 4,5 kg reduziert habe. Auch unter Wasser hat sich der Guide viel besser um die Taucher gekümmert, so dass man sich sicher fühlte und den Tauchgang genießen konnte. Ich habe bei dieser Basis dann noch drei weitere Tauchgänge absolviert. Da die Tauchplätze alle in Sichtweite sind (max. 10 Minuten Fahrt), sind die Boote auch als reines Transportmittel (ca. 5m lang, seitliche Sitzbänke, Flaschenhalter in der Mitte des Bootes und Außenbordmotor) zu verstehen. Für das Auswaschen der Tauchsachen steht ein Becken zur Verfügung, Stangen zum Trocknen der Sachen gibt es ebenfalls. Es besteht auch die Möglichkeit sein Equipment in der Basis zu lagern.

Fazit: Wer im Fiesta Resort (Flamenco sowieso) untergebracht ist sollte diese Basis wählen. Es ist zwar kein Vergleich mit den professionellen Tauchbasen am Roten Meer, aber man kann hier trotzdem ein paar schöne entspannte Tauchgänge unternehmen.

Zu den Tauchspots kann man allgemein sagen, dass sie nicht sehr anspruchsvoll sind und im Vergleich zu den Malediven oder Ägypten wenig zu bieten haben (Korallen, Fischreichtum). Es gibt aber sehr schöne Unterwasserlandschaften (Schluchten, Tunnel, kleine Höhlen) und auch ein voll betauchbares Wrack zu sehen.
Bei weiteren Fragen stehe ich gerne per Mail zur Verfügung.

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